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Ecki`s Gefühlslage nach dem Triumph

Ein Bericht von und mit Ecki

Diese Frage stellte mir Alfons am frühen Morgen des 23. Dezember 2007, als ich bei einem Glas Rotwein über die letzten Wochen sinnierend dem Treiben der Weihnachtsfeier des FC Bine beiwohnte. Seine Bitte: „Könntest du das mal aufschreiben und auf unserer Seite im Netz veröffentlichen?" Nun, wer von uns kann Alfons einen Wunsch absprechen.... *lächel*

Ich denke zurück an das Jahr 2007, das für mich ein ganz furchtbares war. Meine Frau war schwer erkrankt und mußte dreimal operiert werden. Das Wichtigste - sie ist wieder ganz gesund. Ich habe viele Wochen den Haushalt führen müssen, 3 Kinder versorgen gelernt (auch erwachsene Kinder können einen unglaublichen Streß verursachen, glaubt’s mir) und zu allem Überfluß mußten auch noch 2 Hunde dreimal täglich je 1 Stunde ausgeführt werden.

 

Ich hatte wirklich das Pech an den Füßen - ein Bandscheibenvorfall zwischen dem 3. und 4. Brustwirbel setzte meinen Aufholbemühungen ein jähes Ende. Dann kam endlich der 19. Oktober 2007. Dieser Tag war der Wendepunkt des Jahres. Mattes schrieb in seiner immer wieder gern gelesenen Kolumne folgende Sätze:„Ecki, der nach seiner Verletzungspause den Anschluß im Kampf um den Torschützenkönig an Theo nahezu schon verloren hat, konnte auch heute nur minimalen Boden gutmachen.

Die Kampfansage des Vizepräsidenten fiel jedoch weniger bescheiden aus: Der Torjäger der vergangenen Spielzeit verkündete in seiner gefühlt halbstündigen Rede, dass er die Kosten der FC Bine-Weihnachtsfeier übernehmen werde, wenn er dennoch den Titel verteidigen sollte..."Nur, wer bei dieser Unterhaltung zugegen war weiß, wie ich angestachelt und auch provoziert worden bin. Mein altes Kämpferherz konnte nicht anders, ich MUSSTE einfach so handeln. Schließlich habe ich einen Ruf zu verlieren und einfach aufgeben, das war in meinem ganzen Leben noch nie mein Ding. Viele erfolgreiche Dinge meines Lebens habe ich mir wirklich hart erkämpfen müssen. Warum nicht auch diesen Titel, der mir in den letzten Jahren souverän zufiel. Gesund und in bester Fitneß und ausgestattet mit bester Spielfreude war es für mich leicht gewesen, die Titel zu holen. Jetzt kam es darauf an, wirklich zu kämpfen.

Konnte ich zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass ich noch zwei weitere Bandscheibenvorfälle (zwischen L 4 und L 5, bzw. L 5 und S 1) erleiden würde? Mattes schrieb in jeder Kolumne, wie es zwischen Theo und mir weiterging. Natürlich stand ich nun im Fokus und alle haben genau beobachtet, wie ich mich verhalte. Es kam tatsächlich „Druck" auf. Damit muss man dann auch erst einmal umgehen. Da ich anerkenne, dass Theo der filigranere Spieler ist, der auch schon einmal den Ball mit einem Handstand und der Hacke auf das Tor schießen kann (dabei würde ich mir beide Beine brechen), musste ich mich auf meine alten Tugenden konzentrieren: Fester Wille, wenn es eng wird auf die Zähne beißen, kämpfen, Begeisterung, positives Denken und Instinktfußball!!!

Dabei war es von entscheidender Bedeutung, dass die Ausstrahlung des positiven Denkens und der Begeisterung und die ganze Motivation mein Team und die darin befindlichen Mannschaftsmitglieder erfaßte und das Team zu einem „Wir" fand. Da ich ohnehin ein Teamplayer bin und selbst beim Tennis das „Doppel" immer dem „Einzel" vorziehe, hat mir diese Attitüde besonderen Spaß und Freude bereitet. Es war richtig was „los" auf’m Platz.

Gerade daran mußte ich denken, als mich Alfons auf meine Gedanken ansprach. Und etwas anderes noch: „Positives Denken und ein fester Wille!" Noch auf der langen, fast 6 - stündigen Fahrt mit dem Zug nach Dortmund am 22.12.08, mußte ich darüber nachdenken, was geschehen würde. Immer wieder kam der Gedanke auf: „Was ist, wenn du verlierst?" Und wirklich jedesmal habe ich diesen Gedanken in die Hölle geschickt und mir immer wieder gesagt: „Du schaffst es, du darfst noch nicht einmal denken, dass du es nicht schaffst!"

Immer wieder habe ich mir den Augenblick des Abpfiffs vor Augen geführt, wie ich jubeln werde und überglücklich die Arme in den Himmel reiße.

Ein entscheidender Abend war sicherlich der 14. Dezember 2007, als Theo in der Türkei zum Golfspielen weilte und er meine gegnerische Mannschaft angestachelt hatte alles dafür zu geben, dass ich kein Tor schieße und er seinen 5 Tore Vorsprung behalten kann. Unser Sportdirektor hatte die ganze Abwehrelite gegen mich gestellt, inklusive seiner eigenen Person. Ich hatte mindestens einen Manndecker vor mir, meistens war es jedoch zwei, die mir gleichzeitig auf den Füßen standen.

Ulf, Armin und die ganze Mannschaft versuchte mir zu helfen - ohne jeden Erfolg in den ersten 30 Minuten. Ich hatte einfach gar keine Chance. Ulf gab mir einen guten Tipp: „geh‘ einfach mal raus und komm‘ nach 10 Minuten wieder rein." Das erste Tor (ein Kopfballtor) war eine unglaubliche Befreiung. Die Abwehr zerbröselte und so konnte ich am Schluß mit 9 Toren vom Platz gehen.

Ich weiß es noch wie heute, als ich in meiner Auszeit draußen saß, habe ich ernsthaft überlegt, ob ich nicht einfach aufgeben soll. Die unglaublichen Schmerzen in meinem Rücken kamen während der Ruhephase besonders deutlich zu Tage. Wofür das alles? Alle kämpfen für den nicht anwesenden Theo - ich kann der Truppe noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil, es beweist auf so unglaublich eindrucksvolle Weise, wie Intakt die Kameradschaft beim FC Bine ist. Ganz tief in mir bin ich in dem Moment total stolz auf uns Alle gewesen. Nur, ich war jetzt derjenige, der darunter leiden musste.

Nun, wie ihr alle heute wißt, ich bin nicht gegangen, ich blieb und dann kamen 9 Tore. Das war einfach der Durchbruch. Ich fuhr völlig abgekämpft abends nach Hause und hatte zum ersten Mal das Gefühl: „Das war es jetzt! Das läßt du dir nicht mehr nehmen!" Ich kann nicht genug Dank an meine Mannschaft sagen, die mich fantastisch unterstützt hat. Ich kann mich jetzt nur nach an Gregor, Ulf, Armin und Conny erinnern. Respekt an meine Gegner: Meinolf, Zeljko, Eddi, Alfons, Max und Marius. Ich rechne ihnen hoch an, dass der Kampf immer hart aber fair geführt wurde.

Ein anderer Moment ging mir dann während der Feier immer wieder durch den Kopf, als ich im letzten Spiel beim wirklichen „Show down" erkannte, dass sich unser Abwehrverband völlig aufgelöst hatte. Alle versuchten tatsächlich mich vorne zu unterstützen. Dabei stand dann Theo immer öfter völlig frei vor unserem Tor.

Schließlich wurde mir ganz klar: „Du schaffst das jetzt nur noch selbst. Du mußt in die Abwehr und den Job selbst erledigen. Alles oder Nichts, Sekt oder Selters." So entschloß ich mich und setzte tatsächlich alles auf eine Karte und setzte ganz offiziell Zeljko davon in Kenntnis. Nun kam der Zweikampf: Theo gegen mich, Mann gegen Mann. Hart aber fair haben wir uns duelliert. Theo schoß noch ein Tor, sein letztes Tor an diesem Abend. Ich hätte es nur verhindern können, wenn ich unfair gefoult hätte. Darauf habe ich verzichtet. Unser Verhältnis wäre dem nicht würdig gewesen. Das Tor kam jedoch zu spät. Meine Mannschaft konnte den Ball danach die letzte Minute in den eigenen Reihen halten. Es hat ausgereicht.

Ja und dann, dann kam dieser unglaubliche Augenblick, den ich den Rest meines Lebens nie werde vergessen können. Er ist dank Ulfs Videoaufzeichnung auch für mich sichtbar geworden. Die Gefühle des Glücks, die mich in dem Augenblick durchströmten, kann man nicht in Worte fassen. „Das Unmögliche ist wahr geworden" hörte ich Alfons immer wieder sagen. Er hatte am 19. Oktober 2007 gesagt: „Ecki, es ist einfach unmöglich, dass du das noch schaffst. Aber, wenn es einen gibt, der das überhaupt noch schaffen kann, dann bist du das."

Es war wirklich wahr geworden. Ich dachte an den Rückhalt meiner Frau, wie sie mich unterstützt hat. „Es wird nicht gebumst, bist du es geschafft hast. Wir schonen deinen Rücken." Diesen Satz werde ich so schnell nicht vergessen. Sie hat mich autorisiert, dies offen zu sagen. Bine ich danke dir für alles, was du für mich getan hast!!!

Ich danke der ganzen Mannschaft. Allen voran Zeljko, Alfons, Chris, Ralle, Ulf und den vielen anderen, deren Namen ich gar nicht alle aufzählen kann, weil es eh fast alle sind, die mit mir gemeinsam in einer Mannschaft gespielt haben. Ich habe in diesen Wochen eine Kameradschaft erlebt, wie ich sie noch nie in einer Mannschaft erlebt habe. Keine Frau der Welt wird es je erfassen können, was da bei Männern passiert und wie rückhaltlos Männer in der Lage sind zusammen zu halten und gemeinsam für etwas zu kämpfen.

Diese innere Verbundenheit hat mich während der Feier am meisten gedanklich beschäftigt. Ich habe jeden von euch einfach noch mal so ganz bewußt beobachtet, an die Szenen gedacht, wo wir gemeinsam gekämpft haben. In meiner kleinen Ansprache nach dem Erhalt des Pokals habe ich es deutlich gemacht: „Der Pokal gehört ein Stückchen jedem von euch." Das ist meine innere Überzeugung. Jungs - ihr seid echt Spitze.

Aber, meine Gedanken war auch immer bei Theo in dieser Nacht. Er hat Würde in der Niederlage gezeigt, war immer fair und ist ein echter Sportsmann. „Theo, ich danke dir für diesen tollen fairen Zweikampf." Ich meine, gegen mich zu verlieren ist wahrlich keine Schande. Das Leben bringt uns nicht nur Siege, sondern auch Niederlagen. In der Niederlage beweist sich unsere wirkliche Größe. „Dass du diese hast, Theo, ist Beweis dafür, dass du ein ganz Großer bist." So habe ich es an diesem Abend formuliert. Dazu stehe ich und darf dir, lieber Theo, noch einmal freundschaftlich die Hand reichen und „Danke" sagen.

litt unglaublich und die Lebensfreude war weitestgehend dahin. Die wenigen Male, die ich dann beim FC Bine zwischen den Operationen mal wieder spielen konnte, waren dadurch geprägt, dass ich erst einmal wieder zu alter Form finden wollte. Kaum hatte ich das Gefühl, jetzt läuft es wieder, war wieder Schluß und Sabine kam wieder ins Krankenhaus. Ich verfolgte natürlich aufmerksam, dass mein großer Herausforderer Theo ein ums andere Mal tolle Buden machte und mir in der Statistik um die Krone des Torjägers immer mehr enteilte. Da ich Theo wirklich sehr gut leiden kann, traf es sicher „den Richtigen" - keine Frage, aber wollte ich kampflos zuschauen, wir mir die erfolgreiche Titel - Verteidigung völlig aus den Händen entglitt. Dann erlitt ich zu allem Überfluß im August noch einen Tennisarm. Ich kann seit diesem Tag im August kein Tennis mehr spielen. Das trifft mich sehr, weil ich schließlich dreimal in der Woche gespielt habe. Nun gut, die Saison ging beim Fußball ja auch endlich wieder los, ich freute mich riesig auf FC Bine.
So kam es, dass ich monatelang keinen Sport ausüben konnte. Meine Fitneß

Euer Ecki

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